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Top 30 - Auf Deutsch 2017

von Thorsten Kolsch

Top 30 - Auf Deutsch 2017

Über diese Playlist

Deutsche Sprache, schwere Sprache? Den Eindruck hatten wir 2017 auf keinen Fall. Stattdessen sprudelten die Wörter, insbesondere den hiesigen Rappern, wie ein Wasserfall über die Lippen - und machten den deutschen Hip-Hop damit so populär wie nie zuvor.

Im Grunde zeichnete sich der Deutschrap-Trend schon in den letzten Jahren ab. Dass das Genre in diesem Jahr noch einmal eine Schippe drauflegen konnte, liegt vor allem an Rap-Artists wie Bonez MC & RAF Camora ("Ohne mein Team"), Kollegah & Farid Bang ("Zieh' den Rucksack aus") und Bausa. Letzterem gelang einmal mehr einen seriösen Spagat hin zum Pop. Auf der einen Seite überzeugt Bausa mit "Was Du Liebe nennst" mit einem prollig-ironischen Musikvideo, in dem - ganz Gangstarap-Style - an einem Tag 40.000 Euro verprasst werden. Auf der anderen Seite kommt die Nummer mit einer sehr eingängigen, poppigen Hook daher.

Auf die Spitze des Pop- vs. Hip-Hop-Olymps haben es 2017 Amanda mit Sido ("Blau") und Kay One getrieben. Der rappende Schwabe war sich jedenfalls nicht zu schade dafür, den Modern Talking-Song "Brother Louie" zu covern und ein Featuring mit DSDS-Kandidat Pietro Lombardi ("Señorita").

Auch wenn der Hip-Hop in den deutschen Charts in den vergangenen zwölf Monaten eindeutig dominierte, so wollen wir nicht die vielen weiteren Deutschpop-Songs unterschlagen. Die erfolgreichste Nummer jenseits des Raps kam in diesem Jahr aus dem Elektropop. Gestört Aber GeiL platzierten sich mit "Wohin willst du" monatelang in den vorderen Rängen der Streaming-Charts. Auch Kerstin Ott machte nach ihrem 2016er Mega-Hit "Die immer lacht" wieder von sich hören. Ihr Motto diesmal: "Lebe lauter".

Es gab und gibt aber auch Künstler aus Deutschland, denen sämtliche Trends völlig egal sind. Johannes Oerding etwa, oder Philipp Poisel. Vielleicht hatten sie nicht den einen Überhit, dafür waren ihre neuveröffentlichten Alben umso erfolgreicher. Wesentlich poppiger waren dagegen Mark Forster ("Sowieso") und Adel Tawil ("Ist da jemand") unterwegs. Ihnen gelang es, der rappenden Dominanz hier und da das Wasser zu reichen.

Apropos Dominanz. Während in den vergangenen Jahren niemand an Andreas Gabalier & Co. vorbei kam, wurde es in diesem Jahr etwas ruhiger in der Schlagerwelt. Am auffälligsten, jedenfalls in den Chartsnotierungen, war wieder einmal Helene Fischer, die mit "Herzbeben" den erfolgreichsten Song ihres Genres erzielte.

Fazit: Blicken wir nur auf die Charts, könnte man schnell den Eindruck gewinnen, dass aus Deutschland nur Hip-Hop kommt. Blicken wir tiefer, entdecken wir dagegen die wahre Vielfalt der deutschen Musikszene.

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