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Über diese Playlist

Neben der Kindheit sind die Teenager-Jahre die am meisten von Mythen und Romantik umrankte Zeit im Leben. Und gäbe es keine Teenies, gäbe es auch keinen Rock‘n‘Roll, keinen Pop, keinen Punk, keinen Hip-Hop, keinen Techno. Schließlich sind diese Musikrichtungen und dazugehörigen Bewegungen vor allem eines: Sprachrohr der Jugend. Groß ist also die Herausforderung, eine repräsentative Song-Auswahl rund um die Jahre zwischen Kind- und Erwachsensein zu basteln. Doch auch wenn unsere Playlist unvollständig ist – sie riecht mächtig nach „teen spirit“.

Die Zeit zwischen Pubertät und Volljährigkeit, Stimmbruch und dem Auszug in die weite Welt ist eine zugleich aufregende, verunsichernde, tolle und frustrierende Phase voller neuer Erfahrungen, Irrungen und Wirrungen. Die Hormone formen den Körper und veranstalten Achterbahnfahrten mit den Gefühlen, die wohl nie wieder so intensiv sein werden. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Das erste Verliebtsein, die erste Knutscherei, das erste Mal, der erste Liebeskummer – jetzt ist die Zeit dafür. Und wie oft wurden schon Lieder darüber geschrieben, etwa von den Pubertär-Punks blink-182, die sich wünschen, das „First Date“ möge doch bitte ewig dauern, oder von US-Popsängerin Vanessa Carlton, die in „White Houses“ recht nüchtern das Ende der Jungfräulichkeit beschreibt: „Rush of blood, oh, and a little bit of pain“. Herrlich überschäumend werden dagegen The Cure, wenn sie in „Just Like Heaven“ das Gefühl von Schmetterlingen im Bauch schildern, während Gordon Gano von den Violent Femmes in „Add It Up“ recht explizit den Hormonstau eines jungen Mannes beschreibt. „I look at your pants and I need a kiss“, ist da noch das harmloseste Bekenntnis.

Das Ausleben der erwachenden körperlichen Triebe ist ja leider nicht selbstverständlich. Häufig genug stehen gerade jungen Menschen die eigenen Komplexe und Hemmungen im Weg. Morrissey weiß davon ein Lied zu singen und hat das bei The Smiths auch oft genug gemacht, beispielsweise mit „Ask“: „Shyness is nice and shyness can stop you from doing all the things in life you‘d like to“. Freunde haben, dazu gehören, cool sein – das sind ebenfalls essenzielle Themen. Selbst Tocotronic sangen einst: „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“. Wer nicht die richtigen Klamotten trägt oder anderweitig aneckt, wird schnell zum Außenseiter. Ein Status, unter dem die einen leiden und den die anderen trotzig vor sich her tragen, manchmal beides. Einige schreiben auch Lieder darüber mit Titeln wie „Teenage Dirtbag“, „Loser“, „Creep“ oder „Mis-shapes“ und versuchen jenen da draußen Mut zu machen, die auf Schulhöfen, in der Disco oder alleine im Jugendzimmer mit ihrem Anderssein hadern. Doch nicht jeder hält dem Druck stand. Die dunklen Seiten des Heranwachsens – Stichworte: Mobbing, Einsamkeit, Gewalt, Depressionen – und deren teils katastrophale Folgen thematisieren Pearl Jam und die Boomtown Rats mit Klassikern wie „Jeremy“ und „I Don‘t Like Mondays“ oder auch – weniger prominent – die 1995 selber noch im Teenageralter steckenden Australier Silverchair und die Schwedin Miss Li mit „Suicidal Dream“ und „I Heard of a Girl“.

Doch konzentrieren wir uns nicht zu sehr auf die Krisen des Erwachsenwerdens, sondern feiern auch dessen Magie und Abenteuer. Klar, die Bevormundung unserer Eltern und Lehrern kann tierisch nerven und das lassen wir sie als Teenies auch oft spüren. Oder wie es die Donots – stellvertretend für die Twisted Sisters – singen: „We‘re Not Gonna Take It“. Rebellion und Abnabelung müssen schließlich sein. Aber in der Regel schaffen es auch Spielverderber wie unsere Erziehungsberechtigten nicht, uns von „Krawall und Remmidemmi“ abzuhalten. Da streiten die Beastie Boys für ihr Recht auf eine fette Party und macht sich Sia auf die Suche nach „Cheap Thrills“, schnüffeln die Ramones am Klebstoff, verkünden die Hamburger Jungs von Trümmer „Wir explodieren“ und lässt Cindy Lauper stellvertretend für ihre Geschlechtsgenossinnen wissen: „Girls Just Want to Have Fun“. Party on!

Und natürlich hält das Teenagerleben noch viel mehr bereit: Freiheitsdrang und Identitätssuche, Zukunftspläne und Langeweile, Boyband-Liebe und Skateboard-Passion, “teenage kicks“ und „teenage wasteland“. All das und mehr gibt es in unserer Playlist voller launenhafter Hymnen. Eine davon stammt von der englischen Band Supergrass und fasst den typischen Wirbelsturm des „Coming of Age“ sehr schön in wenigen Worten zusammen: „Lost control, hit a wall / But we‘re alright“. Ja ja, die Jugend...

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