Sternstunden

Klassische Märchen zur Weihnachtszeit

von Katrin Haase

Klassische Märchen zur Weihnachtszeit

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Wenn die ersten Schneeflocken fallen, ist es Zeit für Märchen und für klassische Musik. Gut, dass nicht nur Kinder die Geschichten der Gebrüder Grimm, Hans Christian Andersens und Wilhelm Hauffs lieben, sondern auch Komponisten sich oftmals von Märchen, Sagen und Legenden inspirieren lassen.

Weihnachtszeit ist Märchenzeit – auch im Fernsehen. Daher sind uns allen die Filmmusiken zu „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und zur „Muppets-Weihnachtsgeschichte“ nach Charles Dickens vertraut. Doch auch abseits der Filmmusik erzählen viele Werke von schillernden Geschichten, magischen Momenten und fantastischen Abenteuern.

Als Märchenonkel des Balletts entpuppt sich der russische Komponist Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Er vertonte sowohl „Dornröschen“ als auch „Der Nussknacker“ und erschuf gemeinsam mit seinen Librettisten neue Werke wie „Schwanensee“, die Sage von der verzauberten Schwanenprinzessin, die nur durch wahre Liebe aus dem Bann des bösen Zauberers erlöst werden kann.

Fast jede Oper erzählt eine fantastische Geschichte, viele davon sind alte Märchen, mythische Sagen oder Helden-Legenden. So beruht auch Richard Wagners Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ auf alten germanischen Sagen, der Edda und dem Mythos vom Heiligen Gral. Siegfried, der sich nie fürchtet, schmiedet das Nothung-Schwert, tötet den Drachen, versteht plötzlich Vogelgesang und erweckt die schöne Brünnhilde – märchenhafter geht es in kaum einer Oper zu. Ebenso findet sich bei Richard Strauss die eine oder andere Märchengestalt im Musikdrama wieder. So ließ er in „Die Frau ohne Schatten“ das weniger bekannte Grimm'sche Märchen „Vom Wasser des Lebens“ einfließen. Berühmt ist auch Engelbert Humperdincks musikalische Version von „Hänsel und Gretel“, die bereits ein sehr junges Publikum in die Oper lockt. Für den Nachwuchs konzipiert wurde ebenfalls die Geschichte „Peter und der Wolf“ – dafür schrieb Sergei Prokofjew nicht nur die Musik, sondern auch den Text. Kinder werden hier auf spielerische Weise mit den Instrumenten eines Sinfonieorchesters vertraut gemacht, so sind beispielsweise die Ente eine Oboe, die Katze eine Klarinette und der Großvater ein Fagott.

Doch nicht nur für die Oper standen Märchen Modell – auch Kunstlieder wie „Die beiden Königskinder“ von Johannes Brahms oder „Gretchen am Spinnrade“ von Franz Schubert entstanden auf der Grundlage alter Märchenfiguren.

Was machen Märchen so interessant für die Klassik? Es sind die Helden, die auf die Probe gestellt werden und dabei spannende Abenteuer bestehen; es sind die fantastischen Geschichten, bei der Teppiche fliegen können, Hexen auf Besen reiten und Dschinns Öllampen entweichen – all das sind dankbarere Stoffe für Tonmalereien voller Farben und Bewegungen, die uns gerade in der kalten Jahreszeit von weit entfernten Orten, Dingen und Zeiten träumen lassen.

… und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute ...

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